Mula Moula & Autismus Man
Was wäre, wenn ausgerechnet das, was Menschen als „Makel" betrachten, zur größten Superkraft wird? Genau diese Frage steht im Mittelpunkt von Mula Moula & Autismus Man: einem Comic, der nicht nur unterhält, sondern eine kraftvolle Botschaft trägt.
Die Geschichte führt uns in eine Welt, die von den Titanen bedroht wird. Diese Bösewichte wollen eine Gesellschaft erzwingen, in der alle Menschen gleich sind, perfekt und reibungslos „funktionieren“. Individualität und neurodiverse Eigenschaften sind in ihren Augen Fehler, die es auszumerzen gilt. Um ihre Ziele durchzusetzen, hetzen sie monströse Spinnen-Kreaturen, die sogenannten „Experimente“, auf alle, die aus der Reihe tanzen. Doch das Schicksal hat einen anderen Plan: Rein zufällig entwickeln zwei autistische Jugendliche Superkräfte und nehmen den Kampf auf. Sie beweisen, dass ihre Einzigartigkeit keine Schwäche ist. Im Gegenteil: Ihr „Nicht-Perfekt-Sein“ wird zur Waffe gegen die Tyrannei der Gleichheit. Eine Botschaft, die über den Comic hinauswirkt.
Wer ist Autismus Man?
Autismus Man ist divers und hat spanische Wurzeln. Seine Haare sind kraus – und er lässt sie so, weil er es nicht mag, sie zu schneiden. Eine kleine, aber bedeutsame Entscheidung, die direkt aus dem Leben seines Autors kommt.
Seine Superkräfte sind keine Fantasy-Erfindung, sondern eine kreative Übertragung realer autistischer Wahrnehmungen: Er kann durch Wände sehen, besitzt ein außergewöhnlich scharfes Seh- und Hörvermögen und auch sein Geruchssinn ist hochsensibel. All das spiegelt wider, wie Autismus sich tatsächlich anfühlen kann: intensiver, schärfer, anders.
Das erklärte Ziel hinter der Figur ist es zu zeigen, dass Autismus nicht gleich Autismus ist. Manche Menschen hören besser, andere sehen oder riechen intensiver. Es gibt unterschiedliche Toleranzen, unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Erfahrungen. Autismus Man steht für diese Vielfalt – sichtbar, bunt und ohne Entschuldigung.
Warum zeichnen?
Für den Autor ist das Zeichnen ein Ventil. Ein Weg, Gedanken, die sich im Inneren stauen, nach außen zu lassen. Die Kreativität fließt buchstäblich aus den Fingerspitzen.
Wer ist Mula Moula?
Mula Moula entstand im Rahmen der Autismustherapie als ein Projektvorschlag einer Pädagogin, der auf fruchtbaren Boden fiel. Denn der Autor liebt Superhelden und Comics. Die Idee, einen eigenen Helden zu erschaffen, war mehr als ein kreatives Projekt: Es war der Wunsch, sich selbst als Autist sichtbar zu machen – stark, heldenhaft, real.
Das Ziel ist eindeutig: Autistische Menschen sollen sich in Mula Moula wiedererkennen und sich stark fühlen. Nicht trotz dem, wer sie sind – sondern genau deshalb.
Und auch hier spielt das Zeichnen eine zentrale Rolle. Man kann Dinge malen, die noch nicht existieren – oder vielleicht nie existieren werden. Das Zeichnen ist ein befreiendes Ventil, ein Raum, in dem Gedanken Form annehmen und verarbeitet werden können. Eine Welt auf Papier, die genau so aussieht, wie sie sein soll.
Eine Geschichte, die fehlt – und jetzt da ist!
Mula Moula & Autismus Man ist kein Comic wie jeder andere. Er erzählt von Superkräften und Bösewichten – aber vor allem erzählt er davon, dass Andersartigkeit keine Schwäche ist. Dass Autismus viele Gesichter hat. Und dass man keine Perfektion braucht, um die Welt zu retten.